Spezifische Erkrankungen wie Myome und Endometriose

Myome sind gutartige Muskelgeschwülste der Gebärmuttermuskulatur, die bei etwa 35% aller Frauen auftreten. Bei der Entstehung wird eine genetische Veranlagung diskutiert. Man kann auch von „einem ins Kraut schießen der Gebärmuttermuskulatur außerhalb einer Schwangerschaft sprechen“, um die Entstehung der Geschwülste zu verdeutlichen. Sie können an der Innenwand der Gebärmutter, in der Wand selbst oder an der Außenwand wuchern. Oftmals ist die ganze Gebärmutter vergrößert: in Einzelfällen bis Medizinballgröße! Kleine Myome verursachen oft keine Beschwerden und sind dann nicht behandlungspflichtig. Hier reicht eine Größenüberwachung mittels Ultraschalluntersuchung. Bei starkem Wachstum der Myome (meist nur in den fruchtbaren Jahren einer Frau) kommt es zu Druck auf die Nachbarorgane der Gebärmutter wie Blase oder Darm. Häufiger Harndrang, aber auch Harnverhalt, Verstopfung, Kreuzschmerzen, Bauchschmerzen und Blutungs-unregelmäßigkeiten können auftreten. In dieser Situation sind Myome zu behandeln. Medikamentöse Therapien wirken nur kurzfristig und sind oftmals mit Nebenwirkungen verbunden, so dass die operative Therapie die Domäne der Myombehandlung darstellt. Angefangen von einer isolierten Entfernung der Myomknoten durch eine Bauchspiegelung oder Gebärmutterspiegelung bis zur Entfernung der kompletten Gebärmutter. Oftmals kann die Gebärmutter von der Scheide aus entfernt werden. Manchmal ist auch eine Operation mittels Bauchschnitt erforderlich. Neuere Therapieansätze versuchen die Durchblutung zu den Myomen zu drosseln. Diese Methode ist nicht für jede Patientin geeignet. Von allen Eingriffen erholt man sich in der Regel schnell und ist danach beschwerdefrei! Nach den Wechseljahren wachsen Myome meist nicht mehr. Eher findet man zu diesem Zeitpunkt eine Schrumpfungstendenz.

Endometriose ist definiert als „Gebärmutterschleimhaut an einem untypischen Ort“! Es handelt sich ebenfalls um eine gutartige Erkrankung, die in der Regel auf die fruchtbaren Jahre einer Frau beschränkt ist. Normalerweise befindet sich Endometrium (Schleimhaut) an der Innenwand der Gebärmutter. Entweder durch Versprengung oder durch andere Mechanismen kommt es bei ca. 5-8% aller Frauen zu Endometrioseherden neben der Gebärmutter, an den Eierstöcken, Eileitern, der Blase, dem Darm, der Scheide oder durch Verschleppung auch in entfernt liegenden Organen wie der Lunge oder sogar dem Gehirn! Während der Menstruationsblutung bluten die verstreuten Schleimhautherde mit, so dass daraus starke Perioden abhängige Beschwerden entstehen können. Aber auch außerhalb der Periode können Bauchschmerzen auftreten, die beispielsweise durch Verwachsungsstränge hervorgerufen sind. Bei unklaren Bauchbeschwerden ist immer an eine Endometriose zu denken! Eine breite Palette an medikamentösen Therapien steht zur Verfügung. Allerdings kann die Diagnosesicherung nur über eine Bauchspiegelung erfolgen, bei der die Endometrioseherde dann operativ auch entfernt, verkocht oder gelasert werden können. Die Fruchtbarkeit einer Frau kann durch Endometriose beeinträchtigt sein, so dass auch in der Fertilitätsdiagnostik an diese Erkrankung gedacht werden sollte. Das Erkrankungsbild ist hoch individuell und bedarf einer jeweils unterschiedlichen Therapie, die an die persönlichen Lebensumstände anzupassen ist.

zurück zu Regelleistungen

 

Leistungen

 

 

 


Operationssaal bei einer Bauchspiegelung (z.B. zur Entfernung von Myomen oder bei Endometriose)
Zum Vergrößern bitte anklicken