Betreuung bei Unfruchtbarkeit

Jede 7. Frau in Deutschland ist ungewollt kinderlos aber nicht immer unfruchtbar. Das Durchschnittsalter für die Geburt des ersten Kindes liegt heute etwa bei 31 Jahren. Viele Frauen oder Paare wollen die Familienplanung nicht mehr dem Zufall überlassen, so dass der Informationsbedarf zu diesem Thema sehr hoch ist Aber selbst das beste Wissen nutzt nicht viel, wenn organische, hormonelle, genetische oder psychische Ursachen den Schwangerschaftseintritt oder das Austragen einer Schwangerschaft behindern.

Zunächst ist es wichtig festzuhalten, dass an der Zeugung eines Kindes immer Frau und Mann beteiligt sind, so dass die Ursachensuche nicht auf ein Geschlecht beschränkt werden sollte. Oftmals ist eine parallele Untersuchung von Paaren sinnvoll. Dafür sollte der Mann einen Urologen aufsuchen und die Frau ihren Frauenarzt. Dieser kann durch eine einfache Untersuchung Fehlbildungen, Entzündungen oder andere Erkrankungen ausschließen und , falls erforderlich, eine Behandlung veranlassen. Eine Blutentnahme zur Hormonanalyse ist oft sinnvoll; selten eine genetische Untersuchung. Auch sollte ein Zykluskalender geführt werden, in den für 2-3 Monate die Körpertemperatur rektal (im After) oder oral (im Mund) mit einem fein graduierten Thermometer gemessen wird. Einen solchen Kalender bekommen Sie in unserer Praxis kostenlos.

In einigen Fällen schafft eine Hormonbehandlung Abhilfe; seltener reicht eine homöopathische oder psychosomatische Therapie aus. Manchmal kommt man um eine Durchgängigkeitsprüfung der Eileiter mittels Ultraschall oder Bauchspiegelung nicht herum.

Milde Stimulationsbehandlungen, die die Wahrscheinlichkeit eines Eisprungs erhöhen und besser terminierbar machen, führen wir in unserer Praxis selbst durch.
Weiter reichende Stimulationsverfahren, die den natürlichen Geschlechtsakt umgehen, sollten besser in einem dafür spezialisiertem Zentrum durchgeführt werden. Hierzu gehören künstliche Befruchtungen wie Inseminationen (Einspritzen von aufbereitetem Sperma des Partners oder eines anonymen Fremdspenders), IVF (In Vitro Fertilisation = Befruchtung entnommener Eizellen im Reagenzglas), ICSI ( Intra Cytoplasmatische Spermien Injektion = Einspritzen eines Spermiums in die Eizelle im Reagenzglas) oder im Versuchsstadium IVM (In Vitro Maturation = Entnahme unreifer Eizellen mit anschließender Reifungsstimulation und Befruchtung im Reagenzglas). Inseminationen sind in Deutschland auf maximal 8 Behandlungszyklen begrenzt, die zur Hälfte von der gesetzlichen Krankenkasse getragen werden. Eigenanteil der Paare ca. 250.-€ bis 400.- €. Bei IVF und ICSI werden bis zu 3 Zyklen von der Krankenkasse hälftig übernommen. Der Eigenkostenanteil beläuft sich hier auf 2000.-€ bis 2800.-€ Die durch Ultraschallpunktion entnommenen Eizellen und das Sperma können für wiederholte Behandlungszyklen auch eingefroren werden (Kryokonservierung). Dies erleichtert deutlich die durch die Behandlungsverfahren entstehende Belastung für die Paare, senkt allerdings auch geringfügig die Wahrscheinlichkeit eines Schwangerschaftseintritts.

Die Kryokonservierung ist keine Leistung der Krankenkasse. Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an unsere Praxis. Wir beraten Sie gern!

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