Früherkennungs- und Vorsorgediagnostik bei Frauen

Die Krebsvorsorge (Krebsfrüherkennung) für Frauen wurde 1971 in Deutschland eingeführt. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs. Auch der Tod durch Brustkrebs ist mittlerweile rückläufig. Wiederholte gesundheitliche Aufklärungskampagnen und eine wohnortsnahe, flächendeckende Versorgung durch niedergelassene Frauenärzte/innen unserer Patientinnen führt zu einer Teilnahmerate an den Untersuchungen von 50-60%! Hier besteht noch Verbesserungsbedarf!

Die jährliche Kostenübernahme für Frauen ab 20 Jahren der gesetzlichen und privaten Krankenkassen ist in Deutschland zur Zeit gewährleistet (in Holland nur alle 5 Jahre zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr). Da der Gesetzgeber erstattungsfähige medizinische Leistungen nach §2 SGB V als ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich definiert, besteht die reine „Vorsorgeuntersuchung“ aus der Brustabtastung und dem Zellabstrich vom Gebärmutterhals inklusive der Befunderörterung. Darüber hinausgehende Untersuchungsverfahren wie z.B. Ultraschalluntersuchungen der Brustdrüse oder des Unterleibs sind leider privatärztlich zu liquidieren. Ebenso ist der im flüssigen Medium gelöste Zellabstrich (so genanntes Dünnschichtverfahren oder „Thin Prep“) keine Kassenleistung. Hierbei hat der Pathologe eine deutlich verbesserte Beurteilungsmöglichkeit des Zellabstriches, da verunreinigende Bestandteile im Ausstrich entfernt werden. Eine Bestimmung von Human Papilloma Viren (HP-Viren sind in fast allen Fällen die Basis für die Bildung eines Gebärmutterhalskrebses) ist nur bei einem verdächtigen Muttermundsbefund oder nach einem operativen Eingriff am Muttermund wegen einer Krebsvorstufe zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen abzurechnen. Gegen diese Viren steht jetzt eine Impfung zur Verfügung, die von der ständigen Impfkommission für Mädchen zwischen 12-17 Jahren öffentlich rechtlich empfohlen wird. Einige Krankenkassen übernehmen die Impfung auch bis zum 26. Lebensjahr. Die Impfung schützt maximal vor 70% aller Virusinfektionen, so dass eine Vorsorgeuntersuchung auch nach der Impfung unbedingt weiter durchgeführt werden sollte!

Ein Stuhltest im Rahmen der Krebsfrüherkennungsuntersuchung ist ab dem 50.Lebensjahr einmal jährlich vorgesehen. Ab dem 55. Lebensjahr in 2-jährlichen Intervallen oder alternativ dazu zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren ! Zusätzliche Stuhlteste, immunologische Stuhlteste oder ein Test auf Blasenkrebs sind leider privatärztlich abzurechnen.

Selbstverständlich werden alle angesprochenen Untersuchungsverfahren in unserer Praxis vorgehalten. Sprechen Sie uns an, wenn Sie eine der zusätzlichen Maßnahmen in Anspruch nehmen wollen! Außerdem möchte ich Sie auf den „Check Up 35“, eine Untersuchung bei ihrem Hausarzt, hinweisen, die Ihnen alle 2 Jahre oberhalb des 35. Lebensjahres angeboten wird . Hier liegt der Schwerpunkt der diagnostischen Abklärung im Bereich der Herz-, Lungen- und Bauchorganabklärung.

zurück zu Regelleistungen

 

Leistungen